Hertha U23 vs. Lok Leipzig im Olympia-Amateurstadion

Abstiegskampf heute im Olympiastadion - aber im kleinen Amateurstadion mit der U23 von Hertha. Gegner war Lok Leipzig. Wir sprechen hier von der Regionalliga Nordost, und bis vor Kurzem hat kein Hahn nach diesem Spiel gekräht. Da war aber auch noch nicht klar, dass heute vier Mannschaften gegen den Abstieg spielen: Hertha BSC II, Lokomotive Leipzig, Babelsberg und ZFC Meuselwitz (bitte, kann mir jemand den Urspung dieses Ortsnamens erläutern, damit ich bei der Nennung nicht immer in pubertäres Gekicher ausbreche?).

Samstag, 24. Mai 2014

Hertha U23 vs Lok Leipzig am 24.5.2014 im Olympia-Amateurstadion

Foto: Petra A. Bauer

Leipzig musste für den Klassenerhalt gewinnen (ein Remis würde nicht reichen), und bei einer Lok-Niederlage, wären alle drei anderen Teams “safe”, wie es so schon neudeutsch heißt.

Es versprach also ein Hammerspiel zu werden, spannend bis zum geht-nicht-mehr. Aber erstmal musste ich hinkommen.

Normalerweise kommt man zum Amateurstadion ganz gut von der Hanns-Braun-Straße hin, wo es auch zur Hertha-Geschaftsstelle geht. Ich parkte auf dem Olympischen Platz und war froh, dass das endlich mal problemlos ging. Wenn die Hertha-Profis spielen, ist da nämlich nicht dran zu denken. Da ich noch nie im Amateurstadion war, lief ich erstmal Richtung Osttor und fragte den “Wächter” am Hockeystadion, der mich Richtung besagter Hanns-Braun-Straße schickte. Also trottete ich zurück und traf auf einen weiblichen Hertha-Fan, der verkündete, das dort niemand durchgelassen wurde.

Also ging ich mit ihr wieder in die andere Richtung und wir versuchten zusammen mit zwei Leipzig-Fans (die ich erst nicht verstand, schwöre!) durch den nahegelegenen Eingang am Gästeblock ins Stadion zu kommen. Ein überfürsorglicher Polizist ließ das aber nicht zu, obwohl VOR dem Spiel ja alles noch friedlich war. Der Herr Bulle (der wirklich nett war, das muss ich ja jetzt dann auch mal zugeben) ließ sich aber nicht erweichen, also mussten wir einmal um das gesamte Olympiagelände herumlaufen, was vor allem deshalb blöd war, weil es kurz vor 13:30 Uhr war - Anstoßzeit. Ich fühlte mich an Bielefeld erinnert, wo wir auch auf Irrwegen zum Gästeblock geschickt wurden (weil wir uns aus Kostengründen in die Cottbus-Ecke schmuggeln wollten) und erst kurz vor Halbzeitpfiff ankamen.

Aber die kennengelernte Angelika und ich trafen unterwegs auf einen Union-Fan, der aus seinem Auto stieg, und dem wir glaubhaft einreden konnten, dass es noch viel zu weit wäre und er doch bitte wieder einsteigen und uns bis zum Eingang am Maifeld mitnehmen möge. Er tat es (Danke! Und was blieb ihm gegen diese weibliche Übermacht auch übrig?) und ein Parkplatz war auch noch da. Perfekt!

Wir Hertha-Dauerkartenbesitzer kamen zwar gratis rein, mussten aber trotzdem noch

ne Extrawurst

ein Extraticket erhalten. Auch gratis natürlich. Jedenfalls waren wir mit Union-Unterstützung fast pünktlich.

Amateurstadion im Olympiapark

Als ich bei “meinen” Leuten ankam, die extra aus Perleberg angereist waren (vom Fanclub Blue Crew Perleberg), stand es noch 0:0, und so sollte es während der gesamten ersten Halbzeit bleiben. Das spannende Spiel, das ich erwartet hatte, war eher ein laues Lüftchen. Anfangs machte Hertha Druck, dann Lok, und kurz dachten wir, der Ball wäre im Herthator gelandet, aber zum Glück sind wir ähnlich blind wie sonst nur die Schiris.

Außerdem war es echt ungewohnt, so nah am Spielfeld zu sitzen. Das hatte ich nur früher, als ich meinen Liebsten zu seinen Spielen begleitet hatte. Und 2011 beim Uhrencup in Grenchen / CH, wo wir zum Herthaspiel waren.

Die Brut hatte keine Lust gehabt mitzukommen und hat das Spiel in der Konferenz beim mdr verfolgt. K4 schickte mir dann diesen “Screenshot” vom TV:

Petra bei Hertha II vs Lok Leipzig

Nach der Pause ging es für meinen Geschmack relativ unspektakulär weiter, jedenfalls haben mich beide Mannnschaften nicht so recht vom Hocker gerissen. Highlight in der 53. Minute: Ein Tor für Hertha! Als ich zu Hause gegoogelt habe, um euch mitteilen zu können, wer denn der Torschütze war, landete ich bei der Livebrichterstattung von Immer Hertha und guckte überrascht, weil ich dort einen Tweet von mir vorfand. Danke nach drüben :-)

Und natürlich die Info: Das Tor hat Kevin Stephan geschossen.

Für Lok ging es danach nun wirklich um die Wurst. Die Fans wurden unruhig und mehr Ordner bauten sich am Spielfeldrand auf der Seite der Gästefans auf. Für den Klassenerhalt mussten sie nun zwei Tore schießen. Wie so oft, tat dasTor dem Spiel gut, und es wurde deutlich interessanter. Tatsächlich klingelte es im Herthator, als Patrick Grandner in der 76. Minute den Ausgleich für Lok Leipzig schoss.

Als zehn Minuten später immer noch kein Siegtreffer für Lok erzielt wurde, wurden die Lok-Fans sauer, warfen Gegenstände und schließlich ein Bengalo in den Hertha-Strafraum. Ich habe nichts gegen Pyro, aber ich finde es nicht witzig, wenn Menschen damit beworfen werden. Und auf dem Spielfeld hat das Zeug eh nichts verloren. Ein beherzter Eingreifer beförderte das brennende Ding schließlich an den Spielfeldrand.

Dann passierte zunächst nicht viel, außer dass die Gästefans immer unruhiger wurden. Die 90. Minute verstrich, und ich bekam den Eindruck, dass der Schiri Angst hatte, das Spiel abzupfeifen, um sich nicht den Zorn der gegnerischen Fans zuzuziehen. Geschlagene sechs Minuten ließ er nachspielen, obwohl die Uhr zwischendrin angehalten worden war. Aber dann war Schluss, Hertha, Babelsberg und Meuselwitz haben sich den Klassenerhalt gesichert. Lok Leipzig ist zusammen mit Optik Rathenow in die Bedeutungslosigkeit abgestiegen.

Das wurde denen dann anscheinend auch klar, denn es gab einen Platzsturm, der aber - nachdem die Polizei das dann endlich bemerkte, aber bald unterbunden wurde.

Platzsturm der Gästefans

Ich musste anschließend den Lok-Fans gezwungenermaßen versichern, dass sie in der nächsten Saison wieder aufsteigen würden. Denn ich hatte ja - ihr erinnert euch? - auf dem Olympischen Platz geparkt. Quel Malheur! Denn der war komplett von Leipzig-Fans bevölkert, was ich vorher nicht bemerkt hatte. Da die Gästefans bei Bundesligaspielen immer an der Jesse-Owens-Allee parken müssen, hatte ich darüber überhaupt nicht nachgedacht. Und da ich keine Lust hatte auszuprobieren, ob die Hanns-Braun-Straße denn wenigstens nach Spielende freigegeben war, bin ich den ganzen Weg um das Olympiagelände zurückgelaufen. Immer schön mitten durch die Gästefans, juchhu. So oft bin ich in den letzten zwanzig Jahren nicht “Mäuschen” oder “Puppe” genannt worden. Bzw. “Bubbe”. “Du läbst göfäorlisch, Bubbe!” Ja, schönen Dank auch.

Aber das waren die harmlosen Fans und die Bullentanker standen nebendran. Auf dem Olympischen Platz standen die anderen Fans. Die, die noch am Auto den Abstieg mit Bier begossen und sich von mir provoziert fühlten, wie sie lautstark verkündeten. Sie wollten meinen Schal oder lieber noch meine Brille und als der erste sich vor meinem Auto aufbaute, zog ich es vor, den Rückwärtsgang einzulegen, an dem Kerl vorbeizufahren und den Platz schnellstmöglich zu verlassen,bevor die anderen sich dazugesellen konnten. Kurz: Ich gab Vollgas. Sowas muss ich mir echt nicht geben.

So hatte ein Spiel, das bei bestem Wetter viel Potenzial für Spannung gegeben hätte, die Spannung auf den Parkplatz verlagert. Schade eigentlich. Aber vielleicht komme ich in der nächsten Saison trotzdem öfter mal. Jetzt weiß ich ja, wo ich parken muss.

Herzlichen Glückwunsch an die U23 von Hertha!

Alles Liebe und #hahohe
Petra

P.S: Offenbar gab es nach Spielende noch einige andere unschöne Szenen:

Wobei auch die Perleberger und ich sich schon gewundert hatten, WARUM von der offiziellen Fanszene eigentlich niemand da war, um die U2 zu unterstützen, wo das so ein wichtiges Spiel war.

 

 

Trauer, Freude, Frust spür’n wir Jahr für Jahr ...

... doch am Ende sind wir wieder für dich da!" Da war ne Menge Trauer und Frust zu verarbeiten in letzter Zeit. So als Hertha-Fan.

Samstag, 29. März 2014

Eigentlich. Eigentlich hatte ich am 22. März bloggen wollen. Und am 24. Und gestern. Aber ich war echt zu bedient.

Hertha-Niederlagen verdauen
Wunden lecken bei lieben Freunden in Schleswig Holstein. Foto: Michael Bauer


Spulen wir mal zurück. Der Ritt nach Mönchengladbach im Auto. Kein Ding, das bin ich ja gewöhnt, schließlich habe ich 2013 rund 10.600 Autobahnkilometer für Hertha gefressen. Außerdem, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ist diesmal mein Liebster gefahren, der aus Zürich angeflattert war, um sich am nächsten Tag direkt über Los nach Gladbach zu begeben. Mit mir, Kind 3, Kind 4, Freund 1 und dessen Kumpel. Ein 18:30 -Spiel. Da hatte der Liebste keine Lust noch hinterher im Auto sitzen, also Hotel in Essen gebucht. Aber vorher das Spiel.

Dass Hertha zu Hause echt schlecht ist, daran haben wir uns in der Rückrunde gewöhnt. 1 Punkt bisher. aus einem 0:0 gegen Freiburg. Boah. Prädikat “schlechtestes Team der Rückrunde”. Aber auswärts war es bislang meist super. Ich denke immer wieder gerne an das Dortmund Spiel zurück. Danach hätte echt nicht Winterpause sein dürfen (ich habe vorhin Sommerpause gesagt, aber das kann bei dem Wetter schon passieren *g*).

Egal. Also Gladbach: Da ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich den Tränen nah war, und das nicht, weil sich so ein Halbidiot aus den eigenen Reihen mit uns prügeln wollte. Sondern weil Hertha spielte, als wären sie gar nicht da.

Übrigens, Jungs, und das gilt für alle Spiele, und ich wollte das schon lange mal loswerden:

Ich habe so oft den Eindruck, ihr wollt den Ball mit einem Körbchen ins Tor tragen, und Kuchen und Wein für die Großmutter habt ihr auch noch dabei. Das funktioniert aber so gut wie nie. Dieses Gewurschtel vor dem Tor führ zu genau gar nix. Das sollte euch auch schon aufgefallen sein. Eure Distanzschüsse dagegen feiere ich, selbst wenn sie auch nicht zum Tor führen. Da ist nämlich meist die einhellige Meinung aller Umstehenden: Endlich haben sie es mal versucht! Und nur so kann auch mal ein abgefälschter Ball versehentlich zum Torerfolg führen.

Und Gladbach war nicht gerade unschlagbar. 3:0 verloren, einfach unfassbar. Es war oben kein Witz - ich habe mit den Tränen gerungen. Weil das wieder mal völlig unnötig war.

Petra in Gladbach
Da lacht se noch. Petra in Gladbach. Foto: Michael Bauer


Wir haben uns anschließend mit riesigen Burgern in Essen getröstet. Essen in Essen halt. Und Frühstück gab es am nächsten Morgen in Hotelnähe in einem Sixties-Diner, bei dem wir uns direkt in Teil 1 von Zurück in die Zukunft katapultiert fühlten.

Diner im Zurück-in-die-Zukunft-Style

DIe Bedienung gab uns den Tipp, doch aufs Gasometer in Oberhausen zu klettern, um einen schönen Ausblick über den Pott zu bekommen. Denn dank Juli Pott und ihrer unermüdlichen Werbung für den Ruhpott, wollte ich gerne mehr davon sehen. Außerdem ist es schade, wenn eine Auswärtsfahrt immer nur aus hindüsen, im Stadion warten, Spiel gucken, zurückfahren besteht. Wenn ich schon Tausende von Kilometern abreiße, möchte ich gerne auch was von der Gegend kennenlernen.

Gasometer Oberhausen

Das (Der?) Gasometer in Oberhausen. Foto: Petra A. Bauer

Und irgendwie war es ja fast klar: Das Ding hatte geschlossen:

Das Gasometer hatte geschlossen.

Stattdessen sind wir dann nach nebenan zur Zeche Osterfeld gegangen auf auf ein ... Dings geklettert:

Zeche Osterfeld

Oben trafen wir noch auf einen Trupp Geocacher getroffen, die angeseilt die höchste Spitze erklommen haben. Vergeblich, denn der Cache war verschwunden.

Auf dem Gelände steht auch etwas, das ich identifizieren konnte. Das muss ein Förderturm sein:

Förderturm Zeche Osterfeld

Dann mussten wir auch los, denn auf dem Weg nach Berlin liegt Bielefeld. Und wir wollten noch eben das Spiel der Arminia gegen Cottbus mitnehmen. Wir waren auch eigentlich pünktlich da. Dann haben uns die Ordner in ein Parkhaus geschickt, das offenbar in Weitwegien lag. Und da wir von der falschen Seite kamen, in den Gästeblock wollten und von der Polizei stattdessen in ein Kleingarten-Labyrinth geschickt wurden, haben wir uns erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit bei den Cottbussern eingefunden. Karten mussten für uns nämlich auch noch extra nachgedruckt werden, weil die Arminen nicht mit so vielen Gästefans gerechnet hatten.

Ticket Bielefeld vs. Cottbus

DIe Stimmung dort war aber bestens. “Wir lie-ben Cott-buuus!” sangen alle, und wir achteten sehr genau darauf, dass nirgendwo mehr ein verräterisches hertha-Emblem zu sehen war. Man weiß ja nie ... Letztlich hat Cottbus die Partie auch noch souverän gewonnen. Nur genutzt hat es leider nichts. Wieder ein ostdeutscher Verein weg aus der 2. Liga. Schon schade. Und das sage ich als Wessi.

Gästeblock Cottbus in Bielefeld

Gegen Bayern im heimischen Stadion gab es dann noch mehr Frust über das Ergebnis und die komischen Entscheidungen. Und Ärger darüber, dass unser Just Pay-Bezahlsystem plötzlich ausgesetzt wurde, weil den Bayern der Rote Teppich ausgerollt wurde (oder weil sie die FCB-Fans für zu doof hielten, sich eine Bezahlkarte zu kaufen, so wie wir anderen das auch alle tun müssen). Also war Barzahlung plötzlich möglich. Muss man alles nicht verstehen.

So, genug geschrieben für heute. Es ist nämlich schon morgen.


Wollige Hertha-Unterstützung

Strickzeug blau-weißImmer nur Socken stricken ist auf Dauer langweilig und für größere Projekte habe ich meist nicht genügend Durchhaltevermögen. Aber die gekaufte Herthamütze aus dem Dortmund-Posting rutscht immer so doof hoch - da war Eigeninitiative gefragt:

Montag, 24. Februar 2014

Hertha Mütze selbstgestrickt in zweifarbigem Patentmuster

Ich hab mich für zweifarbiges Patentmuster [hier ein Anleitungsvideo von eliZZZa] entschieden - das Bündchen ist eins rechts, eins links. Ich habe Merinowolle in Kobaltblau* und Weiß* von Lana Grossa benutzt. Lasst euch nicht durch die falsch abgebildeten Farben irritieren.

Die Pudelmütze passt perfekt (81 Maschen angeschlagen mit Nadel 4,5 mm) und rutscht nicht, obwohl die dicke Bommel (oder heißt es der Bommel?) ganz schön schwer ist. Wenn ihr also künftig ein längsgestreiftes Bommelmützendingsi Im Olympiastadion oder bei Auswärtsspielen seht, dann bin ich das ;-)

Liebe Grüße und #hahohe
Petra

*Affliate-Link - Mit einem Klick könnt ihr unsere Arbeit unterstützen. Wir danken euch von Herzen Vielen herzlichen Dank!

Das Berliner Olympiastadion aus dem Flugzeug

Liebe Herthaner, liebe Sportfans, liebe Architekturliebhaber, unser "Wohnzimmer" macht ganz schön was her, wa? Nicht nur von unten ist es imposant, es ist auch von oben im Stadtbild sofort zu erkennen. Und ich sage auch nur ganz leise, dass ich immer finde, es sieht ein bisschen wie ein Klodeckel aus *g* Leider hat das Flugzeug auch nicht mir zuliebe eine Extrarunde gedreht, um noch näher heranzukommen, aber ich finde das Foto trotzdem ganz schön und wollte es euch zeigen.

Freitag, 17. Januar 2014

Das Berliner Olympiastadion aus dem Flugzeug

Foto: Petra A. Bauer 2014

Imtech-Arena en miniature

Ich wünsche allen Lesern des Autorenblogs - und heute auch allen Fußballfans - ein fantastisches neues Jahr! Unser 2014 begann schon sehr gut: Wir sind mit dem Hubschrauber über die Imtech Arena geflogen ;-)

Samstag, 04. Januar 2014

Imtech Arena im Miniatur Wunderland

Foto: Petra A. Bauer. Imtech Arena im Miniatur-Wunderland

Nur ein Witz. Schaut mal genauer hin: Sieht aus, wie das Stadion des HSV, ist auch nach den Plänen gebaut, aber es ist die Mini-Ausgabe. “Nur” ein Modell.  Wir waren nämlich am 2. Januar im Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt. Obwohl wir ja bekanntlich keine HSV-Fans sind (hätten die nicht wenigstens das St. Pauli Stadion am Millerntor nachbauen können? *g*), war es wirklich sehr beeindruckend. Es lief auch ein Spiel gegen St. Pauli :-)

Allerdings kamen die St. Paulianer nicht gut dabei weg. Sie wurden heftig geschlagen. Und das, trotz des sympathischen Transparents in der St. Pauli-Gästekurve:

St. Pauli Gästekurve im Miniatur-Wunderland

Foto: Petra A. Bauer. St. Pauli Gästekurve im Miniatur-Wunderland

Ich finde es einfach gigantisch, was die Mitarbeiter für eine Fummelarbeit geleistet haben, mit den ganzen Männchen. Und überhaupt ist die ganze Konstruktion super. Nur Pyro fehlt ;-)

Gästekurve der Imtech Arena im Miniatur Wunderland

Foto: Petra A. Bauer. Gästekurve der Imtech Arena im Miniatur Wunderland

Wir waren jedenfalls sehr begeistert, nicht nur von der Nachbildung der Imtech-Arena.

By the way: Sehen wir uns dort am 8. Februar? HSV - Hertha. Und da sieht das Ergebnis dann hoffentlich nicht aus, wie auf dem Foto oben ;-)

Alles Liebe

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Das Wunder von Dortmund: Hertha besiegt den BVB! 1 : 2

Samstagmorgen, 5:50 Uhr, der Wecker klingelt und holt mich aus dem Vollkoma. Wenn die Kinder nicht wären, ich wäre in dem Moment wohl liegen geblieben. Ich hab nicht gezählt, wieviel tausend Kilometer ich in 2013 zu Hertha-Auswärtsspielen quer durch die Republik gefahren bin. Und nun ne Klatsche in Dortmund abholen. Ächz. Wieder das andere Ende von Deutschland. Andererseits ist die Borussia mein zweitliebster Bundesligaverein hinter Hertha. Woran sicher Jürgen Klopp die Schuld trägt, ich gebe es ja zu. Und weil ich ja irgendwo schon noch ein Mädchen bin, liebe ich auch die Farben. Schwarz-Gelb, einfach geil. Ok, dann stehe ich halt auf.

Sonntag, 22. Dezember 2013

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Die “Wand” im Signal-Iduna-Park hatte ne sehr coole Choreo

Wir fahren um zwanzig nach sieben los, wer weiß, wieviel Staus uns auf der A2 erwarten. Aha, genau gar keine. Ups, nach vier Stunden haben wir die Strecke Berlin - Dortmund bewältigt, und dabei bin ich nicht mal besonders schnell gefahren. Geblitzdingst wurde ich trotzdem, weil ich eine doppelte Reihe LKWs überholen musste, vielen Dank auch.

Trotz Futterpause am Dortmunder Stadtrand, waren wir zweieinhalb Stunden vor Anpfiff im Stadion. Viel Zeit um sich auszumalen, wie es ohne Thomas Kraft im Tor wohl laufen würde. Immerhin ist Marius Gersbeck, die Vertretung, gerade mal 18 und hat null Erfahrung. Genau genommen ist es sein Debüt bei Hertha im Tor. Beim Warmmachen beäugten nicht nur wir den “Kleenen” skeptisch, sondern auch Jürgen Klopp stand mitten auf dem Feld und sah, wie geschickt unsere Nummer 35 jeden Ball souverän fing.


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Vor dem Spiel blieb noch reichlich Zeit, um sich über den Spielausgang Sorgen zu machen. Foto: Michael Bauer


Für den Keeper Marius Gersbeck ging ein Kindheitstraum in Erfüllung. Sonst steht er nämlich als Zuschauer in der Gästekurve (und zu Hause natürlich in der Ostkurve).

Die Dortmunder Südtribüne war lauter als alles, was ich auswärts bisher gehört habe. Aber nicht umsonst ist der Ruf der “Wand” legendär. Wen es interessiert: es gibt eine sehr schöne Dokumentation darüber auf DVD: Wir, die Wand*. Ich hab sie kürzlich im Fernsehen gesehen und weiß nun endlich auch wer “Borsti” ist. Sein Banner kann man ja überall am Spielfeldrand sehen, egal wo der BVB auch spielt.

Jedenfalls haben wir tapfer gegen den Borussengesang angesungen. Dabei hätte ich gerne mehr von der Atmosphäre “drüben” mitbekommen, denn wie gesagt: ich bin ja schon auch BVB-Fan. Und beinahe hätte ich gedacht, dass ich deswegen auch ein Unentschieden gut finden würde. Wobei ein Unentschieden ja bei den gestrigen Rahmenbedingungen eher illusorisch war.

Ich hätte mir jedoch gar keine Gedanken machen müssen, denn spätestens nach 7 Minuten war wieder sehr klar, für wen mein Fußballherz schlägt: Der arme Marius Gersbeck bekam von Reus einen Ball in die Hütte gezimmert und sah bei der Aktion auch gar nicht mal so gut aus. Oje, das gibt ne zweistellige Packung!, dachte sicher nicht nur ich. Aber die Hertha packte mit einem Mal ihren Kämpfergeist aus. Und spätestens, als Ramos den Ausgleich schoss, war auch bei mir keine Rede mehr von “Unentschieden wär eigentlich gut”. Nix da. Wir haben die Chance beim großen BVB zu gewinnen, und wir werden sie nutzen! Schließlich haben wir gegen Bayern 1:0 geführt und hätten dort tatsächlich gewinnen können. Wir sahen auch gegen Leverkusen sehr gut aus. Wieso sollte es also nicht möglich sein, die Borussia einzusacken? Zumal Gersbeck plötzlich supergut hielt, als wollte er seinen Fehler ausradieren. Den BVB unterstützen kann ich ja später wieder. Wenn sie nicht gegen Hertha spielen.

War ich beim 1:1 schon am Quieken, so bin ich beim 2. Tor von Hertha vollends ausgeflippt. Wir führen! In Dortmund! Bei Jürgen Klopp und dem tollen Team! Kurz drauf der Halbzeitpfiff. Wow!

In der zweiten Hälfte ging es dann ziemlich zur Sache und ich habe garantiert einen Satz graue Haare angelegt. Das Hertha-Gehäuse direkt vor der Nase, konnte ich gar nicht anders, als meine Umgebung mit dem Torverhinderungs-Voodoo zu nerven. Immer, wenn ein direkter Angriff auf unseren Kasten begann ging es los: “Nein, nein. Kein Tor. Keeiin Tor! Neinnein! NEIN!” Und dann immer das Aufatmen.

Der absolute Knaller war aber die Nachspielzeit. Vier Minuten, ok. Wie ein weichgekochtes Ei, aber wir wollten uns nicht weichkochen lassen. Anscheinend wollte sich Schiedsrichter Gagelmann dann aber doch dafür rächen, dass ihn einige Trottel aus unserer Kurve schon vor Spielbeginn, als er mit den anderen drei Schiris im Anzug übers Feld spazierte, mit dem F-Wort bedachten, und ich meine das mit den fünf Buchstaben. Oder er hatte auf Untentschieden gewettet, jedenfalls hatten wir alle den Eindruck, er wollte erst abpfeifen, wenn der BVB doch noch den Ausgleich schafft.

Aber die Hertha wehrte sich und ich war mit meinem Voodoo schon fast am Ende, als endlich, endlich der Abpfiff kam. Das Unfassbare war geschehen: Hertha hatte den BVB besiegt!

Yeeeeeaaaaahhhh!

GrafikWas für ein geiles, unterhaltsames, spannendes Spiel! Und wie süß, als Marius Gersbeck über den Zaun in die Gästekurve kletterte, sich das Megaphon von Heidi (unserem Capo) schnappte und lautstark mitfeierte. Großartige Leistung, Kleener! Applaus, Applaus, Applaus! Leider mit der iPhone4-Kamera kaum zu erkennen, aber ich hab es trotzdem mal hier dazugetan.


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Die Herthaner bedanken sich bei ihren Fans und umgekehrt

Die Pressekonferenz


Heute Morgen haben wir dann die Pressekonferenz geschaut. Jos Luhukay (danke für alles übrigens!) war selbstverständlich happy und stolz darauf, was seine Jungs alles zustande gebracht haben. Und dann Jürgen Klopp. So habe ich ihn noch nie gesehen. Ein Häufchen Elend sieht dagegen nach Extasy-Trip aus. Da tut es einem ja fast schon leid, gewonnen zu haben. Aber nur fast ;-)

Jedenfalls war es nicht so gedacht, dass der gegnerische Trainer beinahe zum “Träner” wird. Jetzt ist ja auch erstmal Winterpause. Danach wird es auch für Dortmund wieder besser.

Kopf hoch, Kloppo! Das wird wieder. Und dich kann sowieso niemand feuern, sonst ist die Hälfte der BVB-Fans nämlich auch weg ;-)

Und für alle, die die PK nicht gesehen haben, habe ich sie hier nochmal für euch:

 

Pressekonferenz nach dem Spiel am 21.12.2013 mit Jos Luhukay und Jürgen Klopp.

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Danke, BVB! Wir kommen gerne wieder. Die BVB-Fans waren auch nach dem Spiel echt nett zu uns. So soll Fußball sein - spannend und fair! Das war ein tolles Weihnachtsgeschenk :-)

Und unseren Jungs von der Hertha wünsche ich natürlich auch eine schöne Winterpause. Euch, euren Familien, meinen Lesern und allen Fußballfans schöne Weihnachten und einen guten Rutsch in ein geiles 2014!

Alles Liebe

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