Einträge mit dem Tag: Berlin


Das Berliner Olympiastadion aus dem Flugzeug

Liebe Herthaner, liebe Sportfans, liebe Architekturliebhaber, unser "Wohnzimmer" macht ganz schön was her, wa? Nicht nur von unten ist es imposant, es ist auch von oben im Stadtbild sofort zu erkennen. Und ich sage auch nur ganz leise, dass ich immer finde, es sieht ein bisschen wie ein Klodeckel aus *g* Leider hat das Flugzeug auch nicht mir zuliebe eine Extrarunde gedreht, um noch näher heranzukommen, aber ich finde das Foto trotzdem ganz schön und wollte es euch zeigen.

Freitag, 17. Januar 2014

Das Berliner Olympiastadion aus dem Flugzeug

Foto: Petra A. Bauer 2014

Auf feindlichem Gebiet

Mit Herthaschal bei den Toten Hosen in Düsseldorf 2013Seit dem Skandal-Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC lebt man ja ein bisschen gefährlich, wenn man Hertha UND Die Toten Hosen mag. Man (in diesem Falle: ich) ist immer irgendwie auf feindlichem Gebiet.

Montag, 21. Oktober 2013

Das fängt in der eigenen Familie an. Um Muttertag 2013 herum waren wir in Köln. Nicht wegen Muttertag, sondern weil Hertha beim FC spielte und wir vorher ein paar Tage drangehangen haben, mit unseren Hertha-Fan-Kindern (was drei von vier sind, plus Anhängsel von K4 minus K3, der war auf ner Regatta). Und weil wir so viel Zeit hatten, machten wir einen Ausflug.


K4: Mutter, wo fahren wir denn hin?

Mutter: Auf feindliches Gebiet.

K4: Ey, das ist nicht euer Ernst! Ihr verschleppt uns doch wohl nicht nach DÜSSELDORF?!

Mutter, diabolisch grinsend: Oooh doch!

K4 plus Anhängsel: Lasst uns bitte an der nächsten Ampel raus! Da gehen wir nicht hin! Scheiß Fortuna!

Anhängsel: Scheiß Tote Hosen!

Der Mann (denkt): Scheiß Tote Hosen!

Mutter: Könnt ihr das bitte mal trennen? Was könnnen denn die Hosen für ein paar Durchgeknallte, die den Schlusspfiff nicht abwarten können?

Anhängsel: Wer für die Toten Hosen ist, ist auch für Fortuna. (was er meint: Wer für die Toten Hosen ist, frisst auch kleine Kinder)

Der Mann (von heute aus betrachtet prophetisch): Die steigen sowieso wieder ab.

Mutter: Warum regt ihr euch dann auf? Ich fand das auch scheiße, aber dafür konnten weder Die Toten Hosen noch die Stadt was.

Es folgt eine längere, durcheinandergerufene “Erklärung”, weshalb sowohl die Hosen als auch Düsseldorf sehr wohl etwas dafür können würden. Einzelheiten erspare ich euch.

Mutter, mit Totschlagargument: Ich finde es toll, dass die Hosen ihre Tour-Sponsorengelder zur Rettung von Fortuna gestiftet haben. Es ist immer toll, wenn Fans zu ihrem Verein halten, egal, wer das ist. Denkt doch mal dran, wie die Union Fans mit ihrer eigenen Hände Arbeit die “Alte Försterei” in ein anständiges Stadion verwandelt haben. Das nenne ich Einsatz! Und wahres Fan-Sein.

Kollektives Schnaufen von der Rückbank: Scheiß Union!

* * *

Kürzlich war ich wieder in Düsseldorf. auf dem Abschlusskonzert der Hosen zur Krach der Republik-Tour. Mit Herthaschal. Ich sag euch, das ist so, als ob man mit Kind oder Hund spazieren geht. Alle naselang wird man angesprochen und angegrapscht.

Nie enden wollender Gesprächsstoff


Auf dem Konzert I:

Fortuna-Fan in voller Montur (FFivM) zu anderem FFivM: Kuck mal, die hat ernsthaft einen Herthaschal um.

Anderer FFivM: Die traut sich ja was!

FFivM zu mir: Du traust dich ja was!

Icke: Wat denn?

FFivM: Na, hier einfach so mit Herthaschal auftauchen. Das geht doch nicht.

Icke: Ich hab ein Fußballteam zu supporten. Genau wie ihr Fortuna unterstützt.

FFivM: Aber doch nicht Hertha!

Icke: Ick bin Berlinerin, ich darf das!

FFivM: Das war aber echt scheiße, was ihr damals* gemacht habt.

Icke: Halloooo? WER hat denn den Platz zwei Minuten vor Ende gestürmt? Das waren NICHT die Herthaner!

FFivM: Das waren WOHL auch die Herthaner!

Icke: Wir** haben aber nicht angefangen!

FFivM: Das war doch aber mal der Hammer, was Rehhagel erzählt hat.

Icke: Dafür kann ick aber nich!

FFivM: Aber du stehst mit nem Herthaschal hier!


Jetzt erkenne ich den tieferen Sinn des Ausspruchs: Einer für alle, alle für einen. Jedenfalls den ersten Teil davon. Im Grunde hab ich eben sowieso den falschen Spruch zitiert. War wohl eher so: Mitgefangen, mitgehangen. Ich hab die Haue für Hertha abbekommen. Obwohl Hertha ja nun echt nix dafür ... naja, ich denke meine Meinung zu dem Spiel ist klar, wa?

*mit “damals ist das o.g. Relegationsspiel gemeint
** bei Angriff wird solidarisch zum “wir” geswitcht


Auf dem Konzert II:


Frau aus Olpe, ohne Fanmontur (FaOoF), mit Blick auf meinen Schal: Ey, cool, Hertha! Kommst du aus Berlin?

Icke: Ja. Gestern angekommen.

FaOoF: Wow, bist du extra für das Konzert hierhergefahren?

Icke: Ja, bin ich.

FaOoF: Das ist ja suuupi!

Icke: Aber diesmal bleib ich ne Weile hier. Im Juni in Köln bin ich morgens hin und nach dem Konzert zurück. War 26 Stunden am Stück auf Achse.

FaOoF: Wahnsinn! Das ist ja suuupi!

Icke: Jetzt kommen sie gleich. Es läuft American Idiot. Bald kommt noch Song 2 und Blitzkrieg Bop. Und wenn sie dann You’ll never Walk alone vom Band gespielt haben, kommen die Hosen auf die Bühne und legen mit 3 Kreuze, dass wir hier sind los.

FaOoF: Echt? Das ist ja supi!


Auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof, nachts um eins:

Frau in DTH-Montur stürmt die Treppe rauf, starrt mich an, rennt direkt auf mich zu,

springt mir an die Kehle

rupft mir am Schal und starrt drauf, als hätte sie sowas noch nie gesehen.


Frau in DTH-Montur (FiDM): Nääää, nich dein Ärnst, oda? Hääääärthaa? Näääää!

Icke: Doch!

FiDM: Näääääää! Dat jeht doch nisch!

Icke: Doch geht das. Siehste ja.

FiDM: Aber doch nisch als Hooooosen-Fan!

Icke: Doch. Ich liebe halt beide.

FiDM: Nääääää, dat jeht doch nisch!

(Lässt meinen Schal los, geht kopfschüttelnd ab.)


Auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof, nachts um Viertel zwei, was für Nichtberliner Viertel nach eins ist:

Typ, vielleicht Ende Zwanzig, kommt die Treppen hoch, guckt sich suchend um.


Typ Ende Zwanzig (TEZ): Ey, cool, du bist Hertha-Fan? Warste auch bei den Hosen? Warteste auch aufn Zuch? Kommt überhaupt noch einer?

Icke: Das versuche ich auch grad rauszufinden.

TEZ: Kommst du aus Berlin? Musst du noch zurück?

Icke: Ja. Nee. Ich schlaf bei ner Freundin. Fahre erst Montag zurück.

TEZ: Berlin, krass, ey.  Wo musst’n jetzt hin?

Icke: Düsseldorf Rath. Das müsste die Bahn da Richtung Essen sein. Aber die kommt erst um halb 2. Wo musst du hin?

TEZ: Irgendwo in die Pampa. Ich penn da bei nem Freund.

Icke: Ach, du kommst auch nicht aus der Gegend?

TEZ: Nee, ich komm aus so nem Scheißkaff. Und kenn mich hier überhaupt nicht aus. Sag mal, wie alt bist du?

Icke: denkt: ??? sagt: Hmsbsmfl.

TEZ: Echt? Wahnsinnn, hätte dich für Gmzmbfm gehalten (verschätzt sich locker um 15 Jahre nach unten). So mit Chucks und Kapu, find ich echt cool ey. Hätt ich nicht gedacht für ne Hmsbsmfl-jährige. Bist du sicher, dass du wirklich so alt bist? Krass, ey.


Berlin, Olympiastadion, 19.10.2013, Hertha BSC gegen Mönchengladbach. Ich mit drei Herthaschals und DTH-Hoodie, denn es ist kalt.


Frau an der Einlasskontrolle (FadE): Neee, dit is jetz nich dein Ernst, oda?

Icke: Wat denn?

FadE: Na der Hosen-Pulli! Dit jeht ja jaaa nich. So lass ick dir nich ins Stadion.

Icke: Menno, ich liebe eben beide, das ist Schicksal.

FadE: Aber doch nich die Hooosen! Dit is Fortuuuna! Dit jeht jaaaa nich!


Wie ich schon sagte: Mitgefangen, mitgehangen. Hosen sind Fortuna, ich bin schuld am Platzsturm. Oder - weil ich grad beim Sprücheklopfen bin: Wie man es macht, macht man es verkehrt. Feindliches Gebiet ist überall.

So what. Und weil kürzlich jemand von Andrea Jürgens sprach:
Und daaaaaruuuum liiiebe ich ooiiich baaaaaiiiidäääää.
Bis zum bitteren Ende.

DTH, Düsseldorf, Esprit Arena IMG 9459 from Petra A. Bauer on Vimeo.

Blau-weiße Grüße

Petra
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Becherparade auf unserem Küchenschrank: Die Toten Hosen und Hertha BSC

 

2. Liga - na und?

Was ein echter Fan ist, der hält auch nach dem Abstieg zu Hertha :-)

Sonntag, 23. Mai 2010

Kind 3 hat das Schild ins Fenster gehängt, als der Abstieg im Prinzip klar war. Tapfer.
Und überhaupt: Ist ja nur für eine Saison.

Über dieses Blog

Wieso schreibt writingwoman / bauerngartenfee / mamaimjob jetzt noch über Fußball? Und wieso dieser seltsame Domainname? In diesem Posting, das mitnichten von 2010 ist, sondern von 2014 (und nur vordatiert wurde, damit es als erster Eintrag im Blog steht), werdet ihr alles Wissenwerte darüber erfahren. Wenn ihr noch mehr wissen wollt, könnt ihr eure Fragen auch einfach in der Kommentarsektion loswerden.

Freitag, 14. Mai 2010

Fangen wir mit der einfacheren Frage an:

Weshalb diese lange, komplizierte URL?

Es handelt sich um ein Zitat aus einem Song von Thees Uhlmann. Kennt ihr nicht? Das war der Frontmann der Hamburger Band Tomte, bis er sich entschloss, alleine weiterzumachen. Und wenn ihr Tomte auch nicht kennt, dann habt ihr aber zumindest von den Toten Hosen gehört. Und auf deren “Bergfest” der Krach der Republik-Tour im Juni 2013 im Kölner Rhein-Energie-Stadion, hörte ich Thees Uhlmann zum ersten Mal. Und der Refrain seines Songs 17 Worte ließ mich aufhorchen:

Wir singen, um uns zu erinnern
Meine Wahrheit in 17 Worten
Ich hab ein Kind zu erzieh’n
Dir einen Brief zu schreiben
Und ein Fußballteam* zu supporten

*Thees Uhlmann ist Fan vom FC St. Pauli. “Das hier ist Fußball” ist das Lied, das er für den Verein geschrieben hat.

“Jau, hab ich auch!”, dachte ich. Aber das war nicht immer so. Eigentlich noch gar nicht sooo lange. Im Grunde, seit ich die Dauerkarte meines Mannes übernommen hatte. In der Zweitligasaison langen die Spiele oft außerhalb des Wochenendes und da war er halt nicht in Berlin. Die Kinder standen damals schon in der Ostkurve. Natürlich auch mit Dauerkarte.

(Wenn euch die URL zu lang ist, könnt ihr auch einfach www.fussball-fee.de in die Browserzeile tippen)

Irgendwann kam von der Jüngsten zum ersten Mal die Frage, ob sie zu einem Auswärtsspiel fahren dürfe. Also schwang sich “Muddan”, wie ich von ihr liebevoll genannt werde, ins Auto und karrte sie und ihre Geschwister durch die Republik. Die Fragen und Fahrten häuften sich, und dann saß ich eines Tages um 3:00 Uhr früh in Berlin (und zwar in dem Berlin im US-Bundesstaat New Jersey) im Nachthemd an dem klapprigen Rechner in der Hotellobby und versuchte, genügend Tickets für das Spiel gegen St. Pauli zu ergattern. Spätestens dann war klar: In der nächsten Saison musste ein Auswärtsabo her. Was heißt eins? Vier! Drei Kinder und ich.

Ich fuhr nämlich schon lange nicht mehr nur als Mama-Langstreckentaxi mit, sondern hatte tatsächlich mein Herz an die Alte Dame Hertha verloren. Die Atmosphäre im Gästeblock bzw. in der Ostkurve, in der ich inzwischen auch hin und wieder auftauche, zieht mich einfach total in ihren Bann.

Dabei war es genau das, was mich früher gegruselt hatte. Ich erinnere mich an eine Saison, da war Blau-Weiß 90 in der Ersten Liga. Erinnert sich noch jemand an die? Ich ging mit meinem Mann und einem Kumpel ins Olympiastadion (da war es noch nicht umgebaut), und das Gebrüll und die Gesänge aus der Kurve verursachte mir Gänsehaut. Allerdings keine positive wie heute. Stattdessen musste ich die ganze Zeit ans Dritte Reich denken (vielleicht hatte die Architektur des Stadions auch ihren Anteil daran). Mir wurde die Macht klar, die eine große Gruppe von Leuten hat, und der man sich nur schwierig entziehen kann. Die dann alle “Ja!” brüllen, wenn jemand fragt: “Wollt ihr den totalen Krieg?”

Wisst ihr, was ich meine? Mir war das jedenfalls total unheimlich. Aber das war irgendwann in den 90ern und da hatte ich gar keine Beziehung zu all dem. Mehr zu meinem fußballrelevanten Vorleben könnt ihr hinter dem “weiterlesen” Button lesen.

Warum nun also dieses Fußballblog?

Weil meine Begeisterung (oder der Frust, je nachdem) ein Ventil braucht. Natürlich kann ich im Stadion jubeln oder meckern, aber vermutlich ist es eine Autorenkrankheit, das auch schriftlich verarbeiten zu wollen. Und da meine Verbandelung mit Hertha BSC aus diversen Gründen immer enger wird, bin ich froh, dass ich diese Plattform und die Möglichkeit habe, um mich auszutoben und euch hoffentlich auch möglichst lebendig daran teilhaben zu lassen. Und wer weiß, was sich noch so aus diesem Blog entwickelt. Ich habe jedenfalls einiges vor und hoffe, ihr begleitet mich dabei.

Wer hier allerdings nüchterne Spielberichte erwartet, wird enttäuscht sein. Das ist nicht meins. Ich bin kein Fußballexperte, ich bin Fan. Und reine Spielberichte - das posten schon genügend andere, die weniger blind sind und die einzelnen Spieler auf dem Feld besser erkennen ;-) Hier gibt es mehr so Rund-ums-Spiel-Erlebnis-Reiseberichts-Emotions-Schilderungen.

Und für den Fall, dass Manons HSV-Blog mitsamt meinem Fußball-Gastbeitrag mal aus dem Internet verschwinden sollte, habe ich hier (mit googlefreundlichem Blockquote) den Text für mich und euch konserviert. Am 17. Dezember 2011 schrieb ich dort zum Thema Petra & ihr fußballerisches Vorleben nämlich folgendes:

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